Grüner Gegenwind

27. Septemberg 2009

Pressemitteilung der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg

Schwarz-Gelb wird starken grünen Gegenwind haben

Zu den Ergebnissen der Bundestagswahl erklärt die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg:

„Die Grünen sind auf Bundesebene so stark wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik und auch in Baden-Württemberg haben wir ein historisch gutes Ergebnis eingefahren. Dafür danken wir allen unseren Wählerinnen und Wählern und allen, die für grüne Politik geworben und begeistert haben. Starke Grüne sind ein starkes Signal für konsequenten Klimaschutz, Gerechtigkeit und den Schutz von BürgerInnenrechten“, so Agnieszka Malczak und Oliver Hildenbrand, Landesvorsitzende der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg.

„Trotz der starken grünen Ergebnisse konnten wir eine schwarz-gelbe Mehrheit nicht verhindern. Laufzeitverlängerungen oder gar der Neubau von Atomkraftwerken, hohe Neuverschuldung auf Kosten der jungen Generation durch unhaltbare Steuersenkungen und eine Gesellschaft der sozialen Kälte sind drohende Folgen des Regierungswechsels. Wir wissen, wie wir in einem solchen Fall reagieren werden, Frau Merkel und Herr Westerwelle: Wir sehen uns auf der Straße wieder – zusammen mit UmweltaktivistInnen, sozialen Bewegungen und Gewerkschaften“, kündigt Oliver Hildenbrand, Landesvorsitzender der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg, der schwarz-gelben Koalition den Kampf an. „Demonstrationen, Sitzblockaden und Flashmobs werden deutlich machen, dass ein großer Teil der jungen Generation nicht einverstanden ist mit dieser Regierungskonstellation. Die U-18 Wahlen haben deutlich gezeigt, wer für die Jugendlichen und Kinder in diesem Land das Sprachrohr ist und dieser Verantwortung werden wir gerecht werden!“

„Die Zeit der Volksparteien SPD und CDU ist vorbei,“ quittiert Agnieska Malczak, Landesvorstizende der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg und Bundestagskandidatin der Grünen, das Wahlergebnis. „Es zeigt sich, dass nur die kleinen Parteien in diesem Wahlkampf dazugewinnen konnten. Sowohl CDU als auch SPD haben zum Teil drastisch verloren und müssen sich ernsthaft fragen, was sie tun wollen, um nicht noch unattraktiver zu werden,“ so Malczak weiter.

Erschrocken zeigten sich Malczak und Hildenbrand angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung: „Schuld daran ist unter anderem der Mangel an Perspektiven für die Menschen in unserem Land. Die großen Parteien waren primär auf Machtkonsolidierung aus und ließen Visionen und Konzepte für die Zukunft vermissen. Der lahme Wahlkampf der ehemaligen Koalitionspartner CDU und SPD hat Sachfragen beinahe völlig ausgeklammert. So kann man Menschen nicht überzeugen oder gar mitreißen.“

Weitere Infos finden sich im Internet unter www.gjbw.de.

Add comment 28. September 2009

25. September: Renningen und Tübingen

Renningen

Hurra, Hurra die VegetarierInnenquote hat sich erhöht. Mit Ferdinand und Beat bekam Emanuel zwei Mitstreiter an die Seite gestellt. Ansonsten gab es heute 3! Aktionen. Morgens in Tübingen Infostand mit Atomaktion. Nachmittags in Renningen mit Gesellschaftmemory und abends wieder Tübingen mit Kneipentour. Kritik gegenüber unserer Routenplanung sind wir übrigens immun. Jetzt übernachten wir die zweite Nacht bei Larissa. Morgen gibt es die letzten zwei Stopps in Ostfildern und Ludwigsburg und dann feiern wir hoffentlich ein super Ergebnis am Sonntag mit dem Agnieszka in den Bundestag einzieht, Schwarz-Gelb verhindert wird und wir drittstärkste Partei werden.

Larissa trat heute in ein sehr schönes Fettnäpfchen als sie Ilka der Grünen Tübinger Landtagsabgeordneten versuchte Grünen Flyer anzudrehen und sie zu überzeugen. Eine Premiere gab es als eine Gruppe von SchülerInnen für uns die Atomaktion machten. Dabei reagierte leider die FDP etwas verschnupft. Wahrscheinlich sind sie immer noch beleidigt weil ihnen die Financial Times keine Wirtschaftskompetenz bescheinigt. In Renningen trafen wir bei unserem Infostand Florian Hassler und Nina, die jüngste Stadträtin in BaWü. Cooles Personal für einen KV in dem sie gegen die schwarzen inkompetenten Windmühlen kämpfen müssen. Renningen konnte sogar Julia motivieren nachdem sie gestern in Schwetzingen ihren moralischen Tiefpunkt durchlief. Auf der Kneipentour abends in Tübingen zierten sich Ferdinand und Emanuel vor dem hemmungslosen verteilen, während Larissa doch einige Male in Diskussionen verstrickt wurde, Bennet die Tübinger Innenstadt vollgeklebt hat, Julia jedeN BarbesitzerIn für die Erlaubnis anquatschte und Beat jedem/r „Brause“ anbot. Die restlichen TeilnehmerInnen werden wohl noch Albträume  bekommen indem sie von Beat in einsamen Gassen überdimensionierte „Brause“ im Atomanzug angedreht bekommen.

Erfischend ist der Kleidungsstil unserer Direktkandidaten. Winne verteilte fleißig Flyer in seinem grünen Anorak und Florian in seiner stinknormalen Jeans, T-Shirt Kombi. Anzüge sind für SpießerInnen!

Hier noch das Zitat des Tages, welches während dem Bloggen entstand:

(im Hintergrund laufen die White Stripes)

Julia: „Ich mag die White Stripes voll.“

Beat: „Ich mag Musik voll“

Anmerkung: Alle anderen finden Musik nämlich sonst voll doof und kleben in der Stadt Aufkleber mit dem Text „Musik, Nein Danke ist nämlich sonst voll nervig,“ genauuuuuuuu. (IRONIE!!!).

Wir hoffen der Blogeintrag bildet nicht den qualitativen Tiefpunkt der Hochtour.

Also an alle: Bis 18.00 Uhr Sonntag sind die Wahllokale offen und wir können über unsere Zukunft entscheiden. Deswegen beide Stimmen Grün.

Green Revolution comes!

Add comment 26. September 2009

24. September: Mannheim

Mannheim

von Julia und Oli

8:00 Die Wecker klingeln gefühlte 20 verschiedene male.
8:05 Nachdem 5 Minuten lang keineR bereit ist aufzustehen, schwächelt Emanuel als Erster und geht duschen.
9:20 Aufbruch … die 5 Minuten länger schlafen haben sich gerächt wir müssen mit halbleeren Magen aufbrechen… Julia macht Druck.
10:00 Ettlingen … wir überfahren fast eine Oma auf dem Fahrrad, die wohl die StVO nicht kennt. Emanuel konnte grade noch ausweichen. Als Belohnung lotst uns der Altgrüne durch viel zu enge Gassen.  Komisch, der andere VW Bus hat gepasst.  ist seine Einschätzung… Tja, wir sind eben dicker. Emanuel fährt tapfer, wendet ständig und irgendwie kommen wir noch an. Ettlingen ist ein ziemlich verschlafenes, aber hübsches Städtchen. Mit meinem ABC-Anzug kann ich hier kaum schocken, auch die Flyerverteilung läuft nur schleppend an. Wir spielen wieder  Deutschland sucht das Endlager  (Emanuel ist ein Gott am Megaphon), ich als  Atomi  finde aber wieder keins. Wohin nur mit dem scharz-gelben Atommüll?
13:00 Langsam werden die Gassen voller, die Menschen freundlicher, aber wir müssen los. Allerdings besteht jetzt die Hoffnung, dass es vielleicht bald auch hier eine GJ geben wird … Wir expandieren ^^.
13:30 Wir Essen bei  De Pälzer Grill  … Emanuel als einziger Vegetarier hält die Fahne hoch, auch Julia isst vegetarische Pommes, der Rest pfeift sich eine Currywurst rein. Schande über uns!
15:00 Wir sind in Baden-Baden … In dem Ort war ich  mal als kleines Kind im Urlaub … Andere denken das wohl auch, jedenfalls gibt s dort einen Haufen Touristen: Deutsche, Franzosen, Engländer, Italiener…  Begrüßt werden wir allerdings von einem Rentner, der von uns möchte, dass wir alle Kultusminister mit Müll bewerfen bis sie ersticken, dann gibt es auch eine vernünftige Bildungspolitik. Ich glaube, unsere Einstellung dazu muss ich nicht erläutern. Ein guter Einstieg sieht jedenfalls anders aus. Die Touristen waren größtenteils ziemlich spießig und fanden unsere Aktionen gar nicht lustig. Dabei hatte uns die sehr aktive Grüne Jugend Baden-Baden kleine Atomfässer gebastelt, was bedeutete, dass ich einigen Fahrradkörben radioaktiven Müll mitgeben konnte. Auch ein Hund, von einer Altgrünen mitgebracht, der mit  Atomkraft-Nein Danke!  Ballons spielte, hatte nur mäßig Erfolg.
18:30 Abfahrt in Baden-Baden, es geht nach  Mannem . Auf der Fahrt wird ordentlich Michael Jackson und La Roux gehört und gesungen. Emanuel und ich haben eindeutig begnadete Kopfstimmen (Anm. von Julia: Naja.).
20:15 Ankunft in Mannheim. Der geliebte Heimatgeruch von Schokolade liegt in der Luft. Wir kaufen lecker Spagetti, Artischocken, Pilze, Tomatensauce etc. pp. Danach gehts zu mir nach Hause
21:00 Wir haben lecker gekocht … Allerdings haben Larissa und Julia jetzt wohl einen Schock fürs Leben. Weder meine Kochkünste, noch meine auf den Umständen basierende Ausweichlösung (abgießen im WC-Waschbecken, weil das andere voll mit dreckigen Geschirr ist) und das Suchen nach Besteck, Lappen und ähnlichem können sie von der Genialität meiner WG überzeugen. (Anm. von Julia: Das ist leicht untertrieben! Nachdem wir zunächst sämtliche Lebensmittel, von denen wir heute und morgen leben werden, einkaufen mussten, weil Oli nichts Zuhause hatte, wurden wir in eine Küche geführt, in der seit drei Wochen ungewaschene Teller stehen, die von der Menge her drei Monaten Großküchenbetrieb entsprechen (= alles steht voll). Danach erklären wir Oli, was wir kochen wollen: Spaghetti mit Tomatensauce und gedünstetem Gemüse. Oli:  Was ist gedünstet?  Danach übereicht er Larissa zum Zerschneiden der Aubergine ein Messer, das meiner Kinderkücheneinrichtung alle Ehre gemacht hätte. Nachdem wir irgendwie das Gemüse zerkleinert haben, setzen wir die Nudeln auf. Oli befördert 1 Kilo Spaghetti in einen Topf. Nach 2 Stunden kocht endlich das Wasser. Nachdem die Nudeln endlich, endlich fertig sind, suchen wir ein Sieb, in dem wir sie abgießen können. In der Spüle können wir das allerdings nicht tun, da dort das drei Wochen alte dreckige Geschirr vor sich hin gammelt. Also kommt Oli auf die Idee, die Spaghetti im Klo abzuseihen. Im Klo! Im Klo herrscht ein Geruch, den man nur aushält, wenn man die Maske unseres ABC-Waffenanzugs aufsetzt. Nachdem Oli die Spaghetti abgeseit hat, stellt er sie auf die heiße Herdplatte, damit sie noch schön knusprig werden… (Und das waren nur die Highlights…!))
Ein kurzer Besuch von Nico, und wir sind zum wöchentlichen, legendären Spieleabend eingeladen.
22:00 Auf zum Spieleabend … Es wird Werwolf gespielt. Ich bin Spieleleiter und tippe den Blogeintrag.  Hier oben im Partyraum wird heute auch genächtigt … Mein Zimmer kann ich Julia, Larissa und Dimitri ja nicht zumuten…

1 comment 26. September 2009

22. September: Karlsruhe

Von Sophie

Die große Verteilorgie am World Carefree Day:

Heute war wohl unser bisher größter Tag in Sachen flyern. Am Ende hatten wir nur noch Reste von Themenflyern, die auch nach der Wahl noch aktuell sind. In Karlsruhe wird es wohl keineN RadfahrerIn mehr geben der/die Agnzieszka bzw. Sylvia Kotting-Uhl (Direktkandidatin in Karlsruhe und Umweltpolitische Sprecherin der Fraktion) nicht kennt. Zumindest wenn sie einen Gepäckträger haben. Auch die Atomaktion ist super angekommen. Mal davon abgesehen, dass uns unterstellt wurde wir hätten den Atommüll im Kopf. Aber sonst waren die Leute uns gegenüber doch sehr aufgeschlossen. Einige Personen kamen auch zu unserem Stand um für einen BürgerInnenentscheid zu unterschreiben, da in Karlsruhe ein Tunnel durch die halbe Innenstadt gebaut werden soll, obwohl die Finanzierung noch nicht sicher, die Umweltbedenken außer Acht gelassen und die Notwendigkeit fragwürdig ist. Belohnt wurde unsere Verteilorgie indem unsere Flyerkiste die wir zurücktragen mussten ziemlich leicht wurde.

Fähnchen im Wind

Ansonsten haben wir es leider verpasst „Echt feministisch“-Flyer im Hooters (Restaurantkette mit leicht bekleideten Bedienungen; und nicht wie Larissa vermutete eine Bar in der die Bedienungen Oben Ohne auf Inline-Skates rumfahren) auszulegen. Besonders auffallend sind auch immer wieder die Menschen die einem Details aus ihrem Leben erzählen wie der S-Bahnfahrer, der 1992 in Rente ging und letztes Jahr sein 55-jähriges Jubiläum ohne Zigarette hatte. Gegen die Grünen hatte er seltsamerweise etwas obwohl er gegen Atomkraft, für NichtraucherInnenschutz und sonst auch sehr positiv gestimmt war gegenüber unseren Positionen. Wie eigentlich überall gab es auch in Karlsruhe Menschen die zu uns an den Stand kamen und ihr Totschlagargument rausholten, da wir ja alle sowieso zu jung seien. Unser spezieller Fall heute:

Wir: „Guten Tag. Wollen sie sich über die Grünen informieren?“

betagter Herr: „Öh, ihr habt doch alle keine Ahnung. Ihr habt doch nicht mal in einer Diktatur gelebt.“

Wir: „Ja, das tut uns auch voooooooooll (laut Julia spricht Emanuel das total nordisch aus) Leid, dass wir nicht da reingeboren wurden. Das nächste Mal achten wir darauf.“

Dimitry ist heute beim Megaphonen bei der Atomaktion die Batterie ausgegangen. Da können sich alle Hochtouren mal ein Beispiel dran nehmen.^^ Bei uns gehen schon die Batterien leer.

Jetzt übernachten wir nochmal bei Sophie. Larissa und Dimitry sind jetzt noch dazu gekommen und somit sind wir jetzt 7 Leute auf 16 Quadratmetern. Die Hochtour BaWü hat sich halt lieb und kuschelt ein bisschen.

In diesem Sinne. Frohes Schaffen an alle HochtourerInnen. Und an alle anderen LeserInnen:

Setzt euch ein für einen Green New Deal ein!

Anmerkung: Bei der Financial Times Deutschland sind die Grünen in Wirtschaftskompetenz auf Platz 2. (Die CDU auf Platz 1, aber nicht wegen ihrem Programm.) Aber mit einem hat die FTD recht: Am wenigsten  Wirtschaftskompetenz hat die……(trommelwirbel) FDP.

FDP plus Folgen

Außerdem interessant ist der Artikel von Max Löffler, „Die FDP im Schafspelz. (wie die FDP die BürgerInnenrechte für Macht in Sachsen opfert.)

Zitat von Oli: „Sehr löblich Emanuel, dass du diesmal weniger Inhalt gebracht hast.“

Add comment 23. September 2009

21. September: Bretten

Unser heutiger Tag begann erneut relativ spät mit dem Frühstück um 10 Uhr. Danach gab es dann die Anfahrt zu unserem heutigen Halt in Bretten. Dauer der Fahrt 2h. Ernüchternd mussten wir feststellen, dass wir mit den Quittungen der Tankgutscheine nicht bezahlen konnten, also mussten wir unser Tagesgeld dafür ausgeben. Mitten auf der Fahrt ist uns dann noch aufgefallen, dass wir unseren Ordner vergessen haben. Den müssen wir uns jetzt nachschicken lassen. Aber damit haben glücklicherweise die schlechten Nachrichten heute aufgehört.

Atomix

In Bretten durften wir, da uns gesperrte Straßen einige Male den Weg versperrten, einige Mal am Berg wenden. Macht mit einem 2.50 Meter hohen und keine Ahnung wie langem Bus nicht so viel Spaß. Zur Verstärkung am Stand kamen zum Einen Oliver, Hannes und Julia und zum Anderen einige Leute des OV Bretten. Da wir ordentlich Material zu verteilen haben legten wir einiges davon in den ansässigen Cafés, Eisdielen, Lokalen, Döner und im Reformhaus aus. Mit dem Atomanzug wurden wir sowieso das Thema der Gespräche in der Fußgängerzone.

Nun zu den alltäglichen Kuriositäten des Hochtourlebens.

Julia denkt, dass Emanuel (aus Mannheim) aus Schleswig-Holstein kommt, da er einen so „nordischen“ Akzent hat. Oliver muss für ein Foto posieren, weil ihn eine 28-jährige sooooooooooo niedlich findet. Eine Eisverkäuferin ist vor uns weggerannt, da sie nicht in der Nähe von Atommüll sein wollte.

Wenn mensch Feuerzeuge los werden will sollte mensch in eine Raucherkneipe gehen. Wer im Atomanzug rumläuft sollte nicht auf dem Handy in der Hosentasche angerufen werden.

Von den 6 Leuten der GJ am Infostand war genau 1 Vegetarier und niemand VeganerIn. (Die GJ ist auch nicht mehr das was sie mal war.)Morgen geht es nach Karlsruhe. Dorthin werden wir mit der S-Bahn fahren, da wir morgen konsequent am World-Carfree-Day teilnehmen werden. Die Mobilität der Zukunft ist nicht das Auto, sondern Bus, Bahn, Fahrrad und wenn dann doch ein Auto gebraucht wird, dann soll es doch bitte mit Ökostrom fahren.

Add comment 22. September 2009

20. September: Unser „freier“ Tag!

Von Oli P., Sophie und Emanuel

Samstag Abend:

Unser Infostand auf dem Green Beach Jugendfestival für Politik und Klima wurde sehr gut angenommen. Insbesondere Tütchen und die „AktivistIn“-Bändchen wurden uns förmlich aus den Händen gerissen. Eine Band rief sogar auf der Bühne dazu auf gegen Atomkraft zu wählen was bei dem jungen Publikum zu einem Jubelsturm führte. Von wegen unpolitische Jugend. Die Jugend weiß wer sich für eine zukunftsfähige Politik einsetzt und wer mit seiner Politik den nachfolgenden Generationen ein ineffektives und ungerechtes Bildungssystem, einen ausgelaugten Planeten, verschmutze Umwelt, Rekordschulden und noch vieles mehr vererben wird.

Schwarz-Gelb Nein Danke!“

Als wir dann abbauten freuten wir uns schon auf unseren „freien“ Sonntag. Einmal schön chillen am Bodensee.

Sonntag 9.00 Uhr: Sophie kann nicht mehr schlafen.

11 Uhr: Oli P. Und Emanuel stehen auf. (aber auch nur weil sie denken es sei schon nach 12.)

11.30 Uhr: Beginn des Projekts „Bus aufräumen“. aufräumen

Wir räumen den kompletten Bus aus und entdecken völlig neue Schatztruhen an Infomaterial.

aufräumen1

Highlights bilden die gefühlten Tonnen an Wildblumensamen von Harald Ebner und die riesigen Bestände an Agnzieszka-Flyern. Beide befinden sich auf der Landesliste in Baden-Württemberg auf Plätzen, die bei einem sehr guten Ergebnis für den Einzug in den Bundestag reichen könnten. Erfreulich solch kompetentes Personal auf solchen Listenplätzen (11 und 12) zu haben.

Deshalb Zweitstimme Grün: „Aus der Krise hilft nur Grün“

12.30 Uhr: Alles ist aus dem Bus draußen und muss nun sortiert werden.

13. Uhr: Essenspause: Es wird das gegessen was angebrochen wurde, damit wir später weniger einräumen müssen.

16 Uhr: Alles ist sortiert. Jetzt „nur“ noch einpacken. Mittlerweile können wir mache Flyer echt nicht mehr sehen.

18 Uhr: Der Bus ist bepackt und dermaßen fit für die letzte Woche Wahlkampf. …. Ok wir gebens zu: Wir können die Tankgutscheine nicht mehr finden, aber das bekommen wir schon irgendwie geregelt.

19 Uhr: Wir fahren mit unserem super netten Gastgeber Plakate austauschen. Schließlich muss das Green Beach Jugendfestival nicht mehr beworben werden, sondern jetzt geht es wirklich darum für die nächsten 4 Jahre die Grundlagen zu legen.

20 Uhr: Wir machen uns unser Abendessen für das Emanuel ein Pfund Käse reiben muss. Leider ist er dazu nicht sonderlich talentiert. Sophie ist besonders stolz auf die exotische Note (Grüne Lasagneplatten), wobei die anderen Zutaten mit Gauda, geschälten Tomaten, Quark diesen Eindruck nicht wirklich verstärken. Oli ist zwar nicht sonderlich überzeugt von den enthaltenen Zucchini aber solange er sie für Auberginen hält, sprechen Sophie und Emanuel ihm jegliche Kompetenz in der Essenszubereitung sowieso ab.

21.30 Uhr: Alle sind satt, mehr oder weniger überrascht wie gut es geschmeckt hat. Das mit dem Chillen am Bodensee ist nichts mehr geworden, aber zufrieden sind wir trotzdem. Heute sind zwar nicht einen Flyer losgeworden, aber in den nächsten Tagen wird dafür umso mehr verteilt, damit es

nach dem 27.9. heißt: Grün bietet die Perspektive auf:

1 Millionen neue Jobs“ „Klimaschutz der wirkt“ „Frauen nach Oben“ „Wachstum durch Bildung“ „Freiheit statt Angst“ „Bio Baby!“ „Einen Green New Deal“

und wir als Grüne Jugend sind dafür auf Hochtour, denn wir sind:

Echt Öko“ „Echt Sozial“ „Echt Sicher (erst recht durch starke BürgerInnenrechte auf der Straße und im Netz) „Echt Integrativ“ „Echt feministisch“ „Echt antifaschistisch“ eben

Echt stachlig“

1 comment 22. September 2009

16. September: Wangen und Ravensburg

Luftballon, Agnieszka, Felix

Von Felix

In Wangen und Ravensburg galt es für uns vor allem, unsere Spitzenkandidatin Agnieszka Malczak zu unterstützen. Unsere Atomaktion kam, wie überall auf dem Land, sehr gut an. Das liegt daran, dass die Leute hier noch Pilze sammeln gehen und um die Strahlung von Tschernobyl wissen. Auch daran, dass sie wissen, wie einfach aus Kuhmist Energie gewonnen werden kann. Und Scheiße explodiert nicht.

Genauso abgeneigt ist ein Großteil der ländlichen Bevölkerung der Gentechnik. Ich habe mich in Wangen mit zwei alten Landwirten unterhalten, die Honig verkaufen. Sie lachen nur über CDU-Vorschläge, einzelne Äcker für Gentechnik freizugeben. Bienen kennen keine Ackerbegrenzungen.

Genau deshalb wandelt sich die Stimmung im ländlichen Raum. Agnieszka bekommt immer mehr Sympathien von Menschen, die Landbau betreiben, von MilchbäuerInnen und ViehhalterInnen.

Deshalb hat es Spaß gemacht hier zu sein. Abends gab es noch eine Kneipentour mit der GJ Ravensburg, die vom Irish, übers Lüderitz bis ins passende GREENZ ging.

Add comment 22. September 2009

11. September: Künzelsau und Öhringen

Von Melanie

Wir haben super geschlafen bei Biggy. Sie ist die Coolste und an der Stelle Herzlichen Dank für die tolle Betreuung und so weiter. Das Essen war top und auch der Zusammenhock danach. Sie hat einen Hund, den ich sofort ins Herz geschlossen habe und ihn statt Sam immer Cem nennen wollte.
Beat und Christian wurden in ein Zimmer verfrachtet, damit sie sich im Schlaf battlen können. Kati ist auf dem Sofa eingeratzt. Domi, Jonas und ich haben uns in einem Riesenbett einquartiert.
Wir sind jetzt in Künzelsau und zu unserer Freude sind ein Haufen der örtlichen GJ anwesend, die eine echte Entlastung sind.
Die Fahrt hierher war nämlich anstrengend. Domi und ich waren seekrank, weil das Navi uns mal wieder durch die Pampa geführt hat.
Auf. Ab. Holper. Rüttel. Krach. Total ätzend.
Als es bei unserer Ankunft darum ging eine Zufahrt zum Marktplatz zufinden,  ist Beat schnell ausgestiegen um uns einzuweisen, weil mit dem Riesenauto alles nicht so easy-going ist. Und gerade als ich dabei war, eine mega schnulzige Rede darüber, was für eine tolle Gruppe wir eigentlich sind halte, fragt Kati: „ Wo ist eigentlich Beat? Hat den jemand wieder einsteigen lassen???“ ich dachte mir nur: „ Scheiße, den hab ich doch grad noch winkend im Rückspiegel gesehen.“ Naja. Beat ist dann die 200m gelaufen. Das is Gruppenzusammenhalt. 1a!
Gleich geht’s nach Öhringen, dort werden wir Renate Künast und Emanuel treffen. Ich weiß nicht wegen wem ich mehr aus dem Häuschen bin. Emanuel oder Renate.
So der Markt in Künzelsau ist weg und mit ihm die „Menschenmasse“
Wir packen zusammen.

Sooo. Wir sind in Gailenkirchen, wo wir über Nacht bleiben werden.
Eigentlich sollte ich von Renate Künast schwärmen, weil ich echt nervös war als sie mit mir geredet hat. Aber hier ist die Story des Tages, wahrscheinlich DIE Story der gesamten Hochtour.
Beat hat uns heute verlassen und musste von uns zum 20min entfernten Bahnhof gebracht werden. Wir waren sehr spät dran, dank Navi.
Wir rennen auf das Gleis.  4min ist Abfahrt. Puuh. Der Zug steht noch. Wir stopfen Beat in den Zug und mit ihm all sein Hab und Gut und schreien: „ Wir haben dich lieb.“
„Wir werden dich vermissen!“

Der Schaffner macht uns wirklich Druck mit dem Verabschieden, weil er  schon 2 mal in die Trillerpfeife geblasen hat. Beat guckt ganz verlassen aus dem Fenster und versucht noch ein letztes Bild von uns zu schießen.
Wir winken eifrig und der Zug rollt an, hat noch nicht ein mal den Bahnhof verlassen als Jonas ganz leise fragt: „ Ist das überhaupt der richtige Zug???“
Wir rennen alle gleichzeitig zum Fahrplanaushang und merken er ist auf dem Weg nach Nürnberg,  statt Stuttgart.  OH MEIN GOTT!
Wir rasen zum Auto und düsen zur nächsten Haltestelle, laut Navi zeitlich nicht machbar, aber vielleicht hat er es ja bis dahin schon bemerkt. Fehlanzeige. Geknickt kommen wir wieder am Übernachtungsort an. Nach 100 mal anrufen bei Beat ruft er endlich zurück.
Er hat es selbst bemerkt und zwar so ( Beat’s Schilderung am Telefon mit Kati):

Beat hat sich hingesetzt und seinen Laptop rausgeholt und dann einen vorbeigehenden Schaffner höflich gefragt: „ Entschuldigung, wann sind wir in Stuttgart?“ Darauf antwortet dieser: „ Jungchen, wir fahren nach Nürnberg!“ und läuft weiter. Daraufhin wird Beat etwas nervös, springt auf und beginnt andere Fahrgäste im Abteil nach der Endstation zufragen. Alle Befragten antworten: „ Nürnberg!“. Beat steigt also die nächste Station aus und befindet sich nun im ICE nach Stuttgart. Ich glaube dieses Missgeschick wird schwer zu toppen.  Beat, wir haben dich wirklich lieb und es tut uns leid.

1 comment 13. September 2009

10. September: Wertheim

Von Melanie

Wertheim ist cool. Ich habe gerade eine Runde Gerechtigkeitsmemory hinter mir und das Ehepaar die das Vergnügen hatten, haben mich gelobt, dass unsere Themen bewegen und sie wahrscheinlich grün wählen werden. Das tut gut. Beat ist so aus dem Häuschen wegen dem Memory, dass er Leute förmlich anschreit mitzumachen. Es ist ein begeistertes Schreien J. Christian hat das Megafon für sich entdeckt, über dessen Gebrauch die Gruppe eher gespalten ist. Oh ich sehe gerade, da hat noch jemand Bock auf Memory. Eine halbe Stunde bücken bei dem Spiel ist wie 100 Kniebeugen, wir werden Herkulesbeine nach den Hochtouren haben.

Ohje, ein Auskotzer ist soeben am Stand eingetrudelt. Wir sind Kriegsverbrecher…Autsch.

Das Memory läuft besser als erwartet. Christian hat ein paar Herren in eine Diskussion verwickelt.

Übringens, die Kriegsfrage ist DAS Thema der potentiellen Wähler, sieht man ja auch an den guten Ergebnissen der Linken, den neuesten Umfragen zufolge.

Wir sind da ein bissl in einer blöden Situation, weil keine Partei eine gute Lösung hat, auch nicht die ach sooo pazifistische Linke.

Christians Diskussion wird immer hitziger, auch hier das Stichwort : Afghanistan!

Beat gibt gerade ein Statement über die Wertheimer ab: „Entweder Grün oder Linke. Nichtwähler oder schon seit 40 Jahren überzeugte CDU-Wähler.“

Das Durchschnittsalter beträgt tatsächlich etwa 60 Jahre.

Beat und Kati flyern heftig, da sie Spezialisten auf dem Gebiet sind. Ich habe im Übringen noch kein Wort über Dominik verloren. Er ist der GJ-Stand-Loyale. „Ich habe heute schon 20 Leute von Grün überzeugt!!!!!“ Beat unterbricht meine Gedankengänge.

Zurück zu Domi, er hält hier immer die Stellung und ist der ruhige Schwiegersohntyp auf den die Leute abfahren. Ich verstehe mich richtig gut mit ihm, spätestens als wir Jonas, gestern auf dem Weinberg, nicht gestehen wollten, dass wir NICHT wissen wie der Rückwärtsgang funktioniert. Jonas ist da ja altersbedingt etwas erfahrener.

Die Gruppe ist top. Wir wachsen zusammen aber manchmal hängen wir etwas durch, da wir jeden Tag etwas dasselbe machen und das leider etwas monoton ist.

Hier ein kleiner Überblick:

7.00 Uhr: Aufstehen für alle.

7.30 Uhr: Aufstehen für Jonas.

8.00 Uhr Frühstück.

9.30 Uhr: Aufbruch und dann immer ca. 1h Fahrt.

11.00 Uhr: Ankunft am Zielort.

15.00 oder ggf. 18 Uhr: Nächstes Dorf oder Jugendherberge.

19.00 Uhr: Essen.

-         Afghanistan. Schon wieder einer der mir gerade an den Kopf geworfen hat, er habe sein Leben lang grün gewählt, aber geht jetzt gar nicht wählen wegen dem Krieg.

21.00 Uhr: Ankunft im Bett, die meisten gehen schlafen, Jonas und ich bloggen noch.

1.00 Uhr: Bedtime für alle.

Wir wurden heute von Alt-Grüne Biggi aufgenommen und es riecht lecker nach Pflaumenkuchen. Ich steh auf Pflaumenkuchen. Hunger macht sich breit. Kati spielt Klavier. Christian und Jonas schauen Frauenfußball, sehr löblich.

Ich werde mich jetzt dazu gesellen. Bleibt frisch. Wir sind morgen in Künzelsau und freuen uns.

3 comments 11. September 2009

Kurze Pause: Kino

Add comment 11. September 2009

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