Artikel getaggt mit ‘Grüne Jugend’

21. September: Bretten

Unser heutiger Tag begann erneut relativ spät mit dem Frühstück um 10 Uhr. Danach gab es dann die Anfahrt zu unserem heutigen Halt in Bretten. Dauer der Fahrt 2h. Ernüchternd mussten wir feststellen, dass wir mit den Quittungen der Tankgutscheine nicht bezahlen konnten, also mussten wir unser Tagesgeld dafür ausgeben. Mitten auf der Fahrt ist uns dann noch aufgefallen, dass wir unseren Ordner vergessen haben. Den müssen wir uns jetzt nachschicken lassen. Aber damit haben glücklicherweise die schlechten Nachrichten heute aufgehört.

Atomix

In Bretten durften wir, da uns gesperrte Straßen einige Male den Weg versperrten, einige Mal am Berg wenden. Macht mit einem 2.50 Meter hohen und keine Ahnung wie langem Bus nicht so viel Spaß. Zur Verstärkung am Stand kamen zum Einen Oliver, Hannes und Julia und zum Anderen einige Leute des OV Bretten. Da wir ordentlich Material zu verteilen haben legten wir einiges davon in den ansässigen Cafés, Eisdielen, Lokalen, Döner und im Reformhaus aus. Mit dem Atomanzug wurden wir sowieso das Thema der Gespräche in der Fußgängerzone.

Nun zu den alltäglichen Kuriositäten des Hochtourlebens.

Julia denkt, dass Emanuel (aus Mannheim) aus Schleswig-Holstein kommt, da er einen so „nordischen“ Akzent hat. Oliver muss für ein Foto posieren, weil ihn eine 28-jährige sooooooooooo niedlich findet. Eine Eisverkäuferin ist vor uns weggerannt, da sie nicht in der Nähe von Atommüll sein wollte.

Wenn mensch Feuerzeuge los werden will sollte mensch in eine Raucherkneipe gehen. Wer im Atomanzug rumläuft sollte nicht auf dem Handy in der Hosentasche angerufen werden.

Von den 6 Leuten der GJ am Infostand war genau 1 Vegetarier und niemand VeganerIn. (Die GJ ist auch nicht mehr das was sie mal war.)Morgen geht es nach Karlsruhe. Dorthin werden wir mit der S-Bahn fahren, da wir morgen konsequent am World-Carfree-Day teilnehmen werden. Die Mobilität der Zukunft ist nicht das Auto, sondern Bus, Bahn, Fahrrad und wenn dann doch ein Auto gebraucht wird, dann soll es doch bitte mit Ökostrom fahren.

22. September 2009 at 13:04 Hinterlasse einen Kommentar

11. September: Künzelsau und Öhringen

Von Melanie

Wir haben super geschlafen bei Biggy. Sie ist die Coolste und an der Stelle Herzlichen Dank für die tolle Betreuung und so weiter. Das Essen war top und auch der Zusammenhock danach. Sie hat einen Hund, den ich sofort ins Herz geschlossen habe und ihn statt Sam immer Cem nennen wollte.
Beat und Christian wurden in ein Zimmer verfrachtet, damit sie sich im Schlaf battlen können. Kati ist auf dem Sofa eingeratzt. Domi, Jonas und ich haben uns in einem Riesenbett einquartiert.
Wir sind jetzt in Künzelsau und zu unserer Freude sind ein Haufen der örtlichen GJ anwesend, die eine echte Entlastung sind.
Die Fahrt hierher war nämlich anstrengend. Domi und ich waren seekrank, weil das Navi uns mal wieder durch die Pampa geführt hat.
Auf. Ab. Holper. Rüttel. Krach. Total ätzend.
Als es bei unserer Ankunft darum ging eine Zufahrt zum Marktplatz zufinden,  ist Beat schnell ausgestiegen um uns einzuweisen, weil mit dem Riesenauto alles nicht so easy-going ist. Und gerade als ich dabei war, eine mega schnulzige Rede darüber, was für eine tolle Gruppe wir eigentlich sind halte, fragt Kati: „ Wo ist eigentlich Beat? Hat den jemand wieder einsteigen lassen???“ ich dachte mir nur: „ Scheiße, den hab ich doch grad noch winkend im Rückspiegel gesehen.“ Naja. Beat ist dann die 200m gelaufen. Das is Gruppenzusammenhalt. 1a!
Gleich geht’s nach Öhringen, dort werden wir Renate Künast und Emanuel treffen. Ich weiß nicht wegen wem ich mehr aus dem Häuschen bin. Emanuel oder Renate.
So der Markt in Künzelsau ist weg und mit ihm die „Menschenmasse“
Wir packen zusammen.

Sooo. Wir sind in Gailenkirchen, wo wir über Nacht bleiben werden.
Eigentlich sollte ich von Renate Künast schwärmen, weil ich echt nervös war als sie mit mir geredet hat. Aber hier ist die Story des Tages, wahrscheinlich DIE Story der gesamten Hochtour.
Beat hat uns heute verlassen und musste von uns zum 20min entfernten Bahnhof gebracht werden. Wir waren sehr spät dran, dank Navi.
Wir rennen auf das Gleis.  4min ist Abfahrt. Puuh. Der Zug steht noch. Wir stopfen Beat in den Zug und mit ihm all sein Hab und Gut und schreien: „ Wir haben dich lieb.“
„Wir werden dich vermissen!“

Der Schaffner macht uns wirklich Druck mit dem Verabschieden, weil er  schon 2 mal in die Trillerpfeife geblasen hat. Beat guckt ganz verlassen aus dem Fenster und versucht noch ein letztes Bild von uns zu schießen.
Wir winken eifrig und der Zug rollt an, hat noch nicht ein mal den Bahnhof verlassen als Jonas ganz leise fragt: „ Ist das überhaupt der richtige Zug???“
Wir rennen alle gleichzeitig zum Fahrplanaushang und merken er ist auf dem Weg nach Nürnberg,  statt Stuttgart.  OH MEIN GOTT!
Wir rasen zum Auto und düsen zur nächsten Haltestelle, laut Navi zeitlich nicht machbar, aber vielleicht hat er es ja bis dahin schon bemerkt. Fehlanzeige. Geknickt kommen wir wieder am Übernachtungsort an. Nach 100 mal anrufen bei Beat ruft er endlich zurück.
Er hat es selbst bemerkt und zwar so ( Beat’s Schilderung am Telefon mit Kati):

Beat hat sich hingesetzt und seinen Laptop rausgeholt und dann einen vorbeigehenden Schaffner höflich gefragt: „ Entschuldigung, wann sind wir in Stuttgart?“ Darauf antwortet dieser: „ Jungchen, wir fahren nach Nürnberg!“ und läuft weiter. Daraufhin wird Beat etwas nervös, springt auf und beginnt andere Fahrgäste im Abteil nach der Endstation zufragen. Alle Befragten antworten: „ Nürnberg!“. Beat steigt also die nächste Station aus und befindet sich nun im ICE nach Stuttgart. Ich glaube dieses Missgeschick wird schwer zu toppen.  Beat, wir haben dich wirklich lieb und es tut uns leid.

13. September 2009 at 23:23 1 Kommentar

6. September: Werftpfuhl

Von Melanie

Immernoch in Werftpfuhl und sogar Emanuel hat es zum Frühstück geschafft. Wetter ist schlecht und trotzdem wurden wir rausgescheucht unsere Busse wahlkampftauglich zumachen. Unsere Autofolien waren nach 10min genauso durchnässt wie wir daher hoffen wir nun auf eine starke Klebefolie, denn noch sieht es so aus als würde der Schrott nicht halten. Jonas und Co. sind nun beim 1. Hilfe Workshop, aber die Euphorie hält sich in Grenzen. Über den ganzen Tag gab es spannende Workshops zum Thema Ökologie und Wirtschaftskrise (WiKri). Öko war sehr amüsant, weil ich mit anderen einen Pro-Atom-Standpunkt vertreten musste, um die anderen auf potentielle Fragen vorzubereiten. Mit meinem Argument, die Kühltürme seien doch besonders ästhetisch, brachte ich eine gruppenübergreifende Diskussion ins Rollen. Danach im WiKri Vortrag ( mit Gerhard Schick) habe ich erhebliche Defizite bei mir feststellen müssen rund ums Thema Finanz- und Steuerpolitik. Gerhard hat uns aber genügend Stoff gegen FDP und CDU geboten, dass selbst ich als Laie einen Schwarz-Gelb- Sympathisanten in Grund und Boden reden kann. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und wir bewegen uns wieder im zweistelligen Temperaturbereich, deswegen geht’s jetzt wieder ans Autokleben.

….später: Ich und Autoaufkleber sind geschiedene Leute.

……noch später: So der Tag ist vorbei und hier ein kleiner Rückblick. Nach meinem Wutausbruch über nicht-klebende Autofolien, sitze ich ganz entspannt auf meinem Hochbett. Robert, ein Alt-Grüner, hat vorhin noch einen Vortrag über unsere Wahlkampferfolge gehalten. Es war schön, das zu sehen aber er hat uns auch klar gemacht, was noch vor uns liegt. Über 10% sollten es schon sein und deswegen sind wir alle hoch motiviert, morgen um 7 Uhr aufzubrechen, um möglichst viele Leute von grün zu überzeugen. Ok, 7 Uhr und kein Kaffee( da es Frühstück erst um 8 gibt) ist eine Bremse aber was tut man nicht alles um gegen schwarz-gelb zu kämpfen. Also ich würde sagen WIR haben die Kraft, noch was zu drehen aber ich geh jetzt schlafen. Ahoi!

9. September 2009 at 01:31 Hinterlasse einen Kommentar

5. September: Berlin

Von Melanie

Sind gerade in Werftpfuhl angekommen. Jonas,Kati,Emmanuel und ich teilen uns ein nettes Zimmer mit Blick auf –ööhm ja eine Hauswand. Die Anti-Atom Demo in Berlin war ein voller Erfolg, über 55.000 Demonstranten und 350 „bunt“ geschmückte Trekker und Parolen wie „Merkel-Atomkuh!“ oder „Nur nukleare Ferkel wählen Merkel“ zierten die Parade. Der Marsch vom Hauptbahnhof bis zum Brandenburger Tor war eher ruhig, manchmal zu ruhig. Nur wenn man bei Trommlern stand war ein bisschen Stimmung. Die Redner waren Bauern die schon in der 3. Generation gegen Atomkraft kämpfen und an sich bewegende Storys hatten, aber leider nicht über die rhetorischen Mittel verfügten um die dösende Menge in eine tosende, jubelnde Masse zu verwandeln. Die Ohrbooten war das I-Tüpfelchen aber leider musste ich mich bald auf den Weg zur BGS machen um Richtung Werftpfuhl zu fahren, wo wir nun auch sitzen und etliche Vorträge über uns ergehen lassen mussten. Nachdem wir über Strafzettel und Schrammen im Auto aufgeklärt wurden, durften wir in die „Disco“. Die Disco hat den Namen nicht einmal annähernd verdient. Kurze Beschreibung: Kleiner schwarzer Raum. Ein Popel-Leuchtschlauch. Schlechte Musik. Nach kurzem Erkundungsgang und Flucht vor der „Disco“ geht es jetzt ins Bett. Emanuel ist noch am dancen- so wie immer eben. Noch mit Jonas den Spiegel durchblättern und dann Gute Nacht. Denn es gibt nur bis 9.15 Uhr Frühstück und die sind da knallhart, was die Speisezeiten angehen.

9. September 2009 at 01:25 Hinterlasse einen Kommentar


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