Artikel getaggt mit ‘Nerven’

11. September: Künzelsau und Öhringen

Von Melanie

Wir haben super geschlafen bei Biggy. Sie ist die Coolste und an der Stelle Herzlichen Dank für die tolle Betreuung und so weiter. Das Essen war top und auch der Zusammenhock danach. Sie hat einen Hund, den ich sofort ins Herz geschlossen habe und ihn statt Sam immer Cem nennen wollte.
Beat und Christian wurden in ein Zimmer verfrachtet, damit sie sich im Schlaf battlen können. Kati ist auf dem Sofa eingeratzt. Domi, Jonas und ich haben uns in einem Riesenbett einquartiert.
Wir sind jetzt in Künzelsau und zu unserer Freude sind ein Haufen der örtlichen GJ anwesend, die eine echte Entlastung sind.
Die Fahrt hierher war nämlich anstrengend. Domi und ich waren seekrank, weil das Navi uns mal wieder durch die Pampa geführt hat.
Auf. Ab. Holper. Rüttel. Krach. Total ätzend.
Als es bei unserer Ankunft darum ging eine Zufahrt zum Marktplatz zufinden,  ist Beat schnell ausgestiegen um uns einzuweisen, weil mit dem Riesenauto alles nicht so easy-going ist. Und gerade als ich dabei war, eine mega schnulzige Rede darüber, was für eine tolle Gruppe wir eigentlich sind halte, fragt Kati: „ Wo ist eigentlich Beat? Hat den jemand wieder einsteigen lassen???“ ich dachte mir nur: „ Scheiße, den hab ich doch grad noch winkend im Rückspiegel gesehen.“ Naja. Beat ist dann die 200m gelaufen. Das is Gruppenzusammenhalt. 1a!
Gleich geht’s nach Öhringen, dort werden wir Renate Künast und Emanuel treffen. Ich weiß nicht wegen wem ich mehr aus dem Häuschen bin. Emanuel oder Renate.
So der Markt in Künzelsau ist weg und mit ihm die „Menschenmasse“
Wir packen zusammen.

Sooo. Wir sind in Gailenkirchen, wo wir über Nacht bleiben werden.
Eigentlich sollte ich von Renate Künast schwärmen, weil ich echt nervös war als sie mit mir geredet hat. Aber hier ist die Story des Tages, wahrscheinlich DIE Story der gesamten Hochtour.
Beat hat uns heute verlassen und musste von uns zum 20min entfernten Bahnhof gebracht werden. Wir waren sehr spät dran, dank Navi.
Wir rennen auf das Gleis.  4min ist Abfahrt. Puuh. Der Zug steht noch. Wir stopfen Beat in den Zug und mit ihm all sein Hab und Gut und schreien: „ Wir haben dich lieb.“
„Wir werden dich vermissen!“

Der Schaffner macht uns wirklich Druck mit dem Verabschieden, weil er  schon 2 mal in die Trillerpfeife geblasen hat. Beat guckt ganz verlassen aus dem Fenster und versucht noch ein letztes Bild von uns zu schießen.
Wir winken eifrig und der Zug rollt an, hat noch nicht ein mal den Bahnhof verlassen als Jonas ganz leise fragt: „ Ist das überhaupt der richtige Zug???“
Wir rennen alle gleichzeitig zum Fahrplanaushang und merken er ist auf dem Weg nach Nürnberg,  statt Stuttgart.  OH MEIN GOTT!
Wir rasen zum Auto und düsen zur nächsten Haltestelle, laut Navi zeitlich nicht machbar, aber vielleicht hat er es ja bis dahin schon bemerkt. Fehlanzeige. Geknickt kommen wir wieder am Übernachtungsort an. Nach 100 mal anrufen bei Beat ruft er endlich zurück.
Er hat es selbst bemerkt und zwar so ( Beat’s Schilderung am Telefon mit Kati):

Beat hat sich hingesetzt und seinen Laptop rausgeholt und dann einen vorbeigehenden Schaffner höflich gefragt: „ Entschuldigung, wann sind wir in Stuttgart?“ Darauf antwortet dieser: „ Jungchen, wir fahren nach Nürnberg!“ und läuft weiter. Daraufhin wird Beat etwas nervös, springt auf und beginnt andere Fahrgäste im Abteil nach der Endstation zufragen. Alle Befragten antworten: „ Nürnberg!“. Beat steigt also die nächste Station aus und befindet sich nun im ICE nach Stuttgart. Ich glaube dieses Missgeschick wird schwer zu toppen.  Beat, wir haben dich wirklich lieb und es tut uns leid.

13. September 2009 at 23:23 1 Kommentar

9. September: Bad Mergentheim

Von Melanie und Beat

Heute Morgen hat Jonas ein Freudentänzchen gemacht. Grund: Heute ist der 9.9.09 WOW! Darauf hat er das ganze Jahr gewartet. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, weil wir zu sechst in einem Minizimmer untergebracht waren und ich mir ein Schnarchkonzert in verschiedenen Stimmlagen geben musste. Da es in der Heilbronner Jugenherberge nur bis 8.30 Frühstück gibt, sind wir relativ früh aufgebrochen Richtung Bad Mergentheim. Dort haben wir das Riesen-Gerechtigkeitsmemory ausprobiert. Aber die eher etwas ältere Bevölkerung der Kleinstadt ließ sich dadurch nicht sonderlich in ihrem Alltagsgeschehen stören. Nach ernüchternden 5 Stunden sind wir in unsere Bleibe in Bad Mergentheim gefahren, um vor Ort festzustellen, dass wir erst um 17 Uhr einchecken können. Es ist 15 Uhr-massig Zeit. Um 18 Uhr sollte es nämlich ein Essen mit Fritz Kuhn höchstpersönlich geben, mit anschließendem Vortrag für alle Interessenten. Drei von uns sind ins örtliche Schwimmbad gefahren, Jonas, Domi und ich sind ein Dorf weiter, hoch auf die Weinberge gereist. Jonas hat dort ein paar gute Aufnahmen für ein Hochtourenfilmchen machen können.

Das Essen war OK der Vortrag auch. Ein alter Mann hat sich sehr aggressiv über unsere Claudia Roth ausgelassen. Sie sei ein Biest und bräuchte mal einen Mann der ihr die Weichen stellt. Dafür kassierte der Gute massig Buh-Rufe und auch Fritz hat ihm schnell den Saft abgedreht.

Ich bin trotz dieser Aufregung zwischenzeitlich kurz eingenickt, da ich ja wie bereits geschildert, aufgrund des Lärmpegels in meinem Zimmer, letzte Nacht nur 2 Stunden geschlafen habe.

Endlich sind wir in unseren Zimmern angekommen, aber das Internet will nicht so wie wir wollen und deswegen wechseln sich Jonas und ich in regelmäßigen Abständen mit aufregen ab. Christian schnarcht schon. Beat und Kati hört man im Nebenzimmer noch eifrig über alternative Pädagogik quatschen. So, wir gehen jetzt schlafen. Morgen auf nach Wertheim.

11. September 2009 at 10:15 1 Kommentar

7. September: Stuttgart

Von Melanie

Nach einer langen, lustigen Fahrt von Berlin nach Stuttgart, sind wir endlich auf dem Schlossplatz angekommen. Dort wurden wir freudig von Sophie und Dennis begrüßt und auch gleich zum Stand geschickt. Beat, Kati und ich haben die Anti-Atom Aktion gemacht, bei der Beat in einem echten ABC-Anzug und Gasmaske durch die Innenstadt gelaufen ist. Bei der Frage ob jemand ein bisschen Plutonium bei sich lagern möchten, griffen erstaunlich viele zu den gelben Dosen. Leider mussten wir feststellen, dass es tatsächlich Menschen gibt die NICHT wissen was Atomkraft ist ( „Atomkraft???? Kann man das kaufen???“).

stuttgart3

Wir sind aber auch auf „Experten“ gestoßen die, die großen Energiekonzerne längst durchschaut haben, dass deren Ökostrom gar nicht sooo öko ist. Toll! Wenn man dann etwa eine halbe Stunde erzählt bekommt, dass man eh schon alles weiß, ist dies natürlich blöd. Ein junger Herr war ganz optimistisch und meinte, dass in einer Million Jahre, die Erde eh nicht mehr exsistiert und außerdem steht ein AKW 5km neben ihm und das ist voll ok. Denn wenn es explodiert kriegt er von den Folgen eh nichts mehr mit. Wir konnten viele zum Nachdenken anregen aber leider ist die Bildung über Atomkraft bei vielen als mangelhaft einzustufen. Zurück am Stand mussten andere GJ-lerInnen viel über sich ergehen lassen. Es war alles dabei : Rassisten. Marxisten, Pro-Atomler, Nix-Checker. Aber leider keine CDU oder FDPlerInnen, auf die wir uns doch so gefreut haben. Gegen 18 Uhr lagen die Nerven blank, da der Schlafmangel sich langsam aber sicher bemerkbar machte. Trotzdem mussten wir aber noch mit neuen Wahlkampfutensilien und neuen Leuten die Reise nach Tauberbischofsheim antreten. Nach Navi-Irrführungen sind wir um 21 Uhr dann doch endlich mal eingetrudelt. Buchladenhändler und Alt-Grüner Johannes Benz nahm uns in Empfang. Herr Benz bzw Johannes sieht wirklich aus wie ein Buchladenverkäufer :-)

Er freut sich junge Leute in seinem Dörfle zu haben. Wir mussten uns leider von Emanuel und Kai verabschieden, aber dafür sind jetzt Dominik, Christian und Beat am Start. Morgen auf ein Neues und

ALLE FÜR ALLOIS!!!

9. September 2009 at 01:41 Hinterlasse einen Kommentar


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